Rebekka Bakken
„Morning Hours“
Emarcy / Universal 06025 2712802

Wer sie mag, kennt sie vermutlich gut. Wer sie
nicht zu mögen vorgibt, hat sie womöglich nie erlebt: Die Dämmerung in aller
Herrgottsfrühe, wenn die Sonne langsam den Nebel vertreibt und die Tautropfen
noch verheißungsvoll glänzen.
Was genau aber ist an den frühen Morgenstunden, die Rebekka Bakkens neuem Album
den Titel gaben, für die Musikerin so besonders? Ein morgendlicher Anruf soll
Klärung bringen. „Oh“, antwortet sie lachend, „ich bin auf solche Fragen noch
ganz unvorbereitet zu dieser Tageszeit“. Nach einer kurzen Pause: „Das ist jene
Zeit, zu der sich der Tag noch nicht mit Impressionen angefüllt hat. Wenn dein
Geist also noch jungfräulich da liegt, ein wundervoller Zustand. Alles kommt aus
einem bestimmten Nichts und hat seine Geheimnisse noch nicht verloren, ich mag
das wirklich gern.“
„Morning Hours“ lässt ihren Songs viel Raum für Entfaltung. „Für mich ist dieser
viele Platz sehr wichtig“, sagt Rebekka Bakken, „er ist wie ein langer Atem, wie
der Instinkt des Lebens an sich. In ihm geht es um die wirklich wichtigen Dinge
des Lebens.“ Ihr viertes Album klingt anders als seine Vorgänger,
geheimnisvoller und doch auch dem Realen näher. Und es ist ihre bislang
romantischste Arbeit. „Das habe ich zunächst gar nicht so bemerkt. Ich mag das
Album vor allem deshalb, weil seine Songs so klingen, wie ich sie geschrieben
habe. Nichts steht zwischen mir und ihnen, ich habe ihnen nicht allzu viel
angetan, vielmehr fühlte ich mich mit ihnen sofort wohl.“
Dass die Norwegerin lange in New York und Wien lebte, malt reizvolle Kontraste
in ihr Schaffen. Noch immer wird die Musik ihres Heimatlandes gern mit Klischees
versehen. Aber Rebekka sieht sich nicht als musikalische Landschaftsmalerin,
„Ich hatte niemals das Gefühl, dass meine Umgebung mich allzu sehr inspirierte,
ob es nun die fremde oder meine heimatliche war.“ Und trotzdem findet, wer will,
die langen Winter, die klare Bergluft und die mystischen Landschaften der Fjorde
in ihren Werken wieder. „Solche Bilder“, sagt allerdings Rebekka, „entstehen
immer nur im Auge des Betrachters. Wir Musiker sollten keine Angst vor Klischees
haben, vor Bildern, die andere mit unserer Musik verbinden. Unsere Zuhörer
bemerken Dinge, derer wir als Musiker oft gar nicht gewahr werden. Wenn ich
brasilianische Musik höre, kommen mir Bilder von Brasilien in den Kopf, die
keinem Brasilianer je einfielen, weil für sie ihre Musik ein alltägliches Tun
ist. Wer also Norwegen in meinen Liedern wieder erkennt, soll dies ruhig tun.
Ich habe damit kein Problem.“
Auf „Morning Hours“ jedoch ist alles anders, ihr erstes Album, das in Amerika
entstand. In Zusammenarbeit mit einem von seiner eigenen Heimat inspirierten
Produzenten, Craig Street. Hier also kann man sich in amerikanischen
Landschaften wähnen, kann an die Hitze des Südens oder raue Ostküsten-Motive
denken und gelangt hier und da zur countryesken Idylle, die eher den Indian
Summer vor dem inneren Auge erstehen lässt als die skandinavische Weite.
Die schönen Verse ihrer Songs legen persönliche Erfahrungen nahe, doch dieser
Eindruck täuscht. „Für mich haben diese Songs nichts wirklich Privates, sie sind
nicht einmal autobiographisch. Ich schreibe über Begebenheiten und Personen, und
ich frage mich, wie sich diese Personen wohl gerade fühlen.“ Dafür sei etwa der
Song „Powder Room Collapse“ ein gutes Beispiel. „Wenn Frauen vor dem Spiegel ihr
Make Up richten, dann siehst du ganz gut, was ihnen in diesem Moment durch den
Kopf geht. Das kann wirklich alles sein von ihrer finanziellen Situation bis zu
der Frage ’sitzen meine Haare einigermaßen?’“ Eigene Erfahrungen – auch solche
romantischer Art - müssen aber dennoch Teil der Inspiration gewesen sein, sonst
nämlich könnte sie sich kaum mit ihrer Drei-Oktaven-Stimme derart innig durch
solch vielfarbige Preziosen singen wie auf „Morning Hours“ und dabei auch
einfach mal eine der drei Oktaven charmant weglassen. „Diese Songs haben mich
einfach nicht zu übertriebener Akrobatik eingeladen.“
Ein Glück.
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Rebekka Bakken - Morning Hours
Emarcy / Universal 06025 2712802
Those who like it, probably know it well. And those who pretend not to like it
possibly never experienced it: The dawn in the early morning hours when the mist
slowly melts in the sun and the dewdrops still glisten auspiciously.
But what exactly is so special about morning hours that Rebkka Bakken named her
new album after them? An early morning call shall enlighten us. “Oh,” she
responds laughingly, “at this time of the day I’m not yet prepared for such a
question.” And after a while she continues: “It is the time at which a day is
not yet filled with impressions. When your mind is still pure and innocent...
which is a beautiful state of mind. Everything comes out of a certain
nothingness and has not yet lost its mysteries. I really like that.”
On “Morning Hours” she leaves her songs a lot of room to enfold. “All this space
is important for me,” says Rebekka Bakken,“it is like a long, deep breath, like
the instinct of life per se. In this space you deal with the things that really
matter in life.” Her fourth album sounds different from its predecessors, more
mysteriously and yet closer to reality. And it is her most romantic work to
date. “I actually did not realize that at first. I really love the album because
the songs sound like I wrote them. There’s nothing that stands between me and
them. I did not have to elaborate much because I immediately felt comfortable
with them.”
The fact that the Norwegian artist lived quite a long time in New York City and
Vienna adds some charming and contrasting colours to her works. The music of her
native country is still associated with notorious clichés. Rebekka, however,
does not consider herself a musical landscape painter. “I never had the
impression that my surroundings - neither at home nor abroad - contributed much
to my inspiration.” Still - listeners who are bound to do so will discover the
long winters, the crystal clear mountain air, and the mystic fjord landscapes in
her former records. “Such images are only created in the eye of the beholder,”
reflects Rebekka. “As musicians we shouldn’t be afraid of these clichés, of
images others associate with our music. Our listeners notice things that
musicians are not aware of. When I listen to Brazilian music, certain images
come to my mind which no Brazilian would ever think of because it is their
everyday music. So I have no problem with it if somebody recognizes Norway in my
songs. That’s fine with me.”
On “Morning Hours”, however, everything is different. It’s Rebekka’s first album
recorded in the US. And it’s her first collaboration with Craig Street, a
producer who himself draws inspiration from his native country. Therefore the
music of this album is evoking American landscapes rather than Scandinavian
distances. May it be images of the Indian summer, the heat of the South, rugged
East Coast motives or even Midwest sceneries.
The beautiful lyrics of her songs suggest that the artist wrote about personal
experiences. But the impression is deceiving. “These songs are not about private
matters, they are not autobiographical,” the singer admits. “I write about
events and people, and I ask myself how these people feel at that moment.” A
fine example for this is the song “Powder Room Collapse”. “When women put on
their make-up in front of a mirror you can see pretty well what’s going on in
their minds. It could be virtually anything. They could be thinking about their
financial situation or question themselves ‘Is my hair still okay?’” But
personal experiences - including those of romantic nature - must have inspired
her to a certain extent. There’s no other explanation for how intimate and
romantic these songs occur. On “Morning Hours” Rebekka Bakken sometimes needs
only two octaves of her four octave voice. “These songs simply did not call for
exaggerated vocal acrobacies,” she explains. A reduction that did a wonderful
job on this album.
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Kaum
eine Europäische Sängerin hat im letzten Jahr soviel Interesse erregt und soviel
Zuspruch gefunden, wie Rebekka Bakken. In einer fast unüberschaubar gewordenen
Musikszene strahlte sie fast beiläufig hervor wie selten gewordenes Edelmetall.
Die Kritik überhäuft sie mit Superlativen: „ Bis unter die Haarspitzen erotisch“
(FAZ), “Die Gesangssensation des Jahres “ (AZ), „Unerhört gut“ (Die Welt), „
Einfach nur schön“, ( Brigitte) u.a. Hervorragende Verkaufszahlen Ihrer
euphorisch gefeierten Debut CD „The Art of How to Fall“, der zweite CD „Is That
You“ und der dritte CD „ I keep my Cool“ setzte diesen Erfolg weiter fort.
Ausverkaufte Konzerte, begeisterte Zuhörer in ganz Europa sind Beleg hierfür.
Eine
Stimme ist eine Stimme, egal was sie sagt oder singt. Aber eine Stimme, zumal
eine schöne, einnehmende und sinnliche, die etwas zu sagen hat, ist viel mehr.
Mehr an und für sich, aber vor allem aufregender, berührender, bewegender und
wertvoller. Es gibt Interpreten, bei denen man vom ersten Song an das Gefühl
hat, sie zu kennen. Eine solche Sängerin ist Rebekka Bakken. Das liegt nicht nur
an der intimen und offenen Art mit der sie ihre selbstbewussten und eleganten
Zeilen und Melodien schreibt und singt. Ihre poetischen Geschichten über das
Leben und die Liebe, Geben und Aufgeben, bauen eine echte Verbindung zwischen
ihr und dem Zuhörer auf. Je mehr man Rebekka Bakken versteht, umso mehr fühlt
man sich selbst verstanden. Und umso mehr versteht man.
Indem sie die Qualitäten ihres Liederschreibens weiterentwickelt, indem sie Spaß
mit Gesangsharmonien und Inspiration in einem sich stetig erweiternden
musikalischen Kontext findet, zeigt sie sich als starke und individuelle Stimme
im besten Sinne der großen Singer/Songwriter-Tradition.
Rebekka Bakken schreibt und singt aus tiefster Überzeugung, ohne Hemmung und
Zensur, instinktiv und offen. Ihre Songs sprechen einen an wie ein Freund, der
einem, indem er seine Gedanken, Visionen und Konzepte mitteilt, nicht nur das
Gefühl gibt, verstanden zu werden, sondern auch dabei hilft sich selbst zu
verstehen. Nicht mehr und kein bisschen weniger macht Rebekka Bakken und ihre
künstlerische Stimme so besonders.
On Tour
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& Band |
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18.08.10 |
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Kulturzelt |
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A-Judenburg |
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T 0531- 28 01 818 |
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