Albert Mangelsdorff

5.9.1928 - 25.7.2005



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Albert Mangeldorff

 

Albert Mangelsdorff - Fotografie: Frank Schindelbeck Vor 50 Jahren begann Albert Mangelsdorff die Posaune zu erlernen, über vier Dezennien war  sein Posaunenspiel stilbildend. Sein Sound gab schon nach ein paar Takten zu erkennen, daß er es war, der da spielte. 

Seine Technik war  fulminant, aber nie darauf aus, sich auf Kosten des musikalischen Gedankens in den Vordergrund zu spielen. Seine machtvolle Tiefe, aus der er sich schwerelos in die hohen Register bewegte, war ebenso charakteristisch für seine musikalische Sprache wie die flüssig gespielten großen Intervalle. 

Der Blick auf Albert Mangelsdorffs Lebensleistung verengt sich heute nicht selten auf seine Mehrstimmigkeit, der er eine Popularität verdankte, die weit über die Jazzkreise hinausging. 

Eine Sichtweise, die ihm aber nur unvollkommen gerecht wird. Schließlich entwickelte er bereits in den 50er Jahren einen musikalisch völlig eigenständigen Idiolekt, der sich in den 60ern ausformte; ein musikalisches Vokabular, das, im Sinne des Wortes, unnachahmlich war. Denn während andere ausloteten, was die Posaune von sich aus anbietet, um daraus Musik zu machen, was fast zwingend zu licks führt, standardisierte Formeln, die der eine sich vom anderen abhört, bemühte er sich von Anfang an, seine musikalische Kreativität gegen die Widerstände des Instruments zu verwirklichen; eine künstlerische Haltung, der das sperrige Horn schon von der Armbewegung her enge Grenzen setzt.

Die zu überwinden - große Intervalle flüssig zu spielen, die weiten Distanzen in die tiefen Register zu gehen, die er wie kein anderer in seine Linien einbezog - kann nur der leisten, der tagtäglich zu totaler Konzentration und Hingabe fähig ist. 

„Er hat Kontrolle. Er kann Quinten und Quarten spielen, 
und das kann man nicht über Nacht. Er ist der Meister. 
Ich glaube, er holt den stärksten Ton 
aus seinem Horn, den ich je gehört habe." 
(FRANK ROSOLINO)